Das Risiko einer Berufsunfähigkeit zu versichern hat seit dem Jahre 2001 an großer Bedeutung gewonnen. Denn zu diesem Zeitpunkt haben vor 1961 Geborene Versorgunglücken bei eintretender Erwerbsunfähigkeit zu befürchten, die Leistungen der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente sind für diese Personengruppe eingeschränkt. Anders ausgedrückt. Vom Staat ist lediglich eine minimale Rente zu erwarten, die in der Regel nicht ausreicht, um den bisherigen Lebensstandard zu halten. Diese Lücke soll die Berufsunfähigkeit-Versicherung schließen.
Die korrekte Bezeichnung der Berufsunfähigkeitsversicherung im Versicherungswesen lautet Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ).
Eine elementare Frage ist, wann eine Berufsunfähigkeit eintritt. Hiervon spricht man, wenn der Versicherte außerstande ist, seinen erlernten Beruf oder auch eine andere Tätigkeit, die seinen bisherigen Erfahrungen und Qualifikationen entspricht, auszuüben. Der Versicherte ist dann berufsunfähig, wenn er
Im Unterschied zu der Erwerbsminderungsrente der Gesetzlichen Rentenversicherung wird die Berufsunfähigkeitsrente nicht lebenslang gezahlt, sondern nur bis zum Ende der Berufsunfähigkeit, also bis zum Eintritt in die Altersrente. Ebenfalls zu den Leistungen gehört die Wiedereingliederung ins Berufsleben. Dazu gehören Reha-Maßnahmen oder die Einrichtung eines behindertengerechten Arbeitsplatzes. Denn natürlich hat die Versicherung Interesse daran, die Zahlungen an den Versicherten zu Beenden und ihn wieder ins Berufsleben einzugliedern.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung wird von den Versicherungen als eigenständige Zusatzversicherung angeboten, und gilt nebst der privaten Haftpflichtversicherung als eine der wichtigsten Versicherungsarten. Teilweise wird sie auch mit einer Überschusskapitalbildung (auf Fondsbasis) angeboten.
Die Beiträge um die Berufsunfähigkeit zu versichern variieren stark. Sie sind abhängig vom Alter, den Vorerkrankungen und von dem Beruf des Einzelnen. Es empfiehlt sich durchaus, bereits frühzeitig eine Berufsunfähigkeitsrente abzuschließen um sich möglichst günstige Beiträge zu sichern. Die Höhe der Prämien orientiert sich aber auch an der Art des Berufes. Die Versicherer stufen den Beruf in Risikoklassen ein, an denen sich dann die Höhe der Beitragssätze orientieren. So zahlt ein Büroangestellter generell niedrigere Beiträge als beispielsweise ein Handwerker. Zu Beginn des Vertrages findet eine Gesundheitsprüfung statt. Der Versicherer stellt Fragen nach Vorerkrankungen, die unbedingt wahrheitsgemäß beantwortet werden sollten. Je nach Vertag findet die Gesundheitsprüfung zu einem späteren Zeitpunkt bzw. regelmäßig nochmals statt, und die Versicherungsprämie wird dementsprechend angepasst.
Die Berufsunfähigkeit ist ein wichtiges Thema, und die Verträge können sehr unterschiedlich und komplex sein. Wichtig ist die Entscheidung, ob nur die volle Erwerbsunfähigkeit versichert werden soll. Dann erhält man nur dann Leistungen von der Versicherung, wenn man dem Arbeitsmarkt in keinem Beruf mehr zur Verfügung steht. Auch sollte man darauf achten, dass der Vertrag für Berufsunfähigkeit nicht zu knapp kalkuliert ist. Bezogen auf die Höhe der Leistungen, aber auch auf die Laufzeit. Eine Faustregel besagt, dass die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente 75% des Nettogehaltes betragen sollte, das der Versicherte im Alter von 45 Jahren bezieht. Bei der Vertragslaufzeit ist zu beachten, dass dieser nicht zu kurz gewählt wird. Denn oftmals tritt die Berufsunfähigkeit erst mit höherem Alter ein. Vor Vertragsabschluss ist ein intensives Beschäftigen mit dem Thema zu empfehlen, oder die Beratung durch eine fachkundige Stelle. Denn das Versichern der Berufsunfähigkeit gehört nicht nur zu den wichtigsten Versicherungsarten. Bei falschem Vertragsabschluss läuft man Gefahr, zu hohe Beträge zu zahlen und im Ernstfall nicht die gewünschten Leistungen zu erhalten. Fehler, die bei Vertragsabschluss begangen werden können so nachhaltige Folgen haben.
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